29 Medaillen in Villach: Hallesche Ruderer erfolgreich bei der Rowing Challenge

Sommerliche Temperaturen, Berge, blaues Wasser — so könnte man die vier Tage am Ossiacher See beschreiben. In der ersten Septemberwoche war es wieder so weit: Die Sportler der Halleschen Rudervereinigung Böllberg/Nelson machten sich auf den Weg ins österreichische Villach, um dort an der 65. Rowing Challenge teilzunehmen. Mit zehn Podiumsplatzierungen bei elf Booten lohnte sich der lange Weg.

Am Donnerstagmorgen ging es schon im Dunklen los, sodass wir nach über acht Stunden Fahrt nachmittags an unserem Ziel ankamen. Dort wurden zuerst die zwei Hänger mit Booten aus Weißenfels und Halle abgeladen, bevor diese angebaut wurden und die Mannschaften die Zeit zum Training nutzten.

Am nächsten Tag stand nach dem Frühstück die zweite Trainingseinheit auf dem Programm, während der Nachmittag mit Freizeitaktivitäten verbracht wurde.

Die jüngeren Sportler blieben in Seenähe, um dort mit der Sommerrodelbahn zu fahren, die Burg Landskron zu besichtigen und anschließend das sommerliche Wetter beim Baden zu genießen.

Für die älteren Sportler war ein Ausflug nach Bled geplant. Dort wurde schon ein Achter für die World Rowing Masters Regatta in der kommenden Woche untergebracht. Danach fuhren wir zur mittelalterlichen Höhenburg über dem Bleder See und besichtigten somit die älteste Burg Sloweniens. Diese ist gleichzeitig eine Außenstelle des slowenischen Nationalmuseums, wobei neben den geschichtlichen Fakten der Seeblick ein Highlight ist. Den Abend verbrachten die Sportler mit letzten Rennvorbereitungen, während es für die Trainer zum traditionellen Bürgermeisterempfang ins Villacher Bootshaus ging.

Pünktlich um acht Uhr morgens am Samstag begann dann der Wettkampf. Zunächst ging es um die Qualifikationen für das A-Finale, welches erfreulicherweise allen Halleschen Booten gelang. Am Sonntag wurde in spannenden Rennen um die Plätze eins bis acht gekämpft.

Zum ersten Mal mit dabei waren die Schüler- und Schülerinnen-Doppelvierer (AK 13/14). Bei den Mädchen sind Frieda Schied, Malila Kulesch, Suraya Isik und Alea Roscher an den Start gegangen. In ihrem ersten internationalen Rennen (und noch dazu im ersten Rennen ohne Steuermann) mussten sie sich nur einem österreichischen Boot geschlagen geben und holten sich am Siegersteg die Silbermedaillen ab. Bei Max Seifert, Oskar Speer, Luca Rath und Rudger Loth lief es sogar noch besser: Der Jungsvierer ließ der Konkurrenz keine Chance und konnte mit einem Sieg vor zwei slowenischen Booten an die erfolgreiche Saison vor den Sommerferien anknüpfen.

Bei den B-Junioren starteten zuerst Mena-Pia Maier und Fritzie Tolk (SC Magdeburg) im Doppelzweier. Nach dem Vorlaufsieg am Samstag konnten sie auch am Sonntag ihre starke Form beweisen und den Pokal mit nach Hause nehmen. Die beiden werden Deutschland beim Baltic Cup Ende September in Estland vertreten.

Im Doppelvierer zeigten Liza Kund, Elise Schäffer, Malvine Spiess und Marie Ziegerahn einen starken Endspurt, und kamen dadurch hinter Slowenien und Tschechien als dritte ins Ziel.

Im männlichen Doppelzweier ruderten Karl Thielicke und Wanja Arndt nach einem knappen zweiten Platz im Vorlauf auf Platz sechs im A-Finale.

Luis Werber, Ole Erhard, Oskar Koch und Noah Wiezoreck gingen im Doppelvierer mit der besten Vorlaufzeit als Favoriten ins Finale, mussten sich dort aber zwei Sekunden hinter dem siegreichen Boot mit Silber geschlagen geben.

Lea Schatz und Marleen Philipp konnten sich im Juniorinnen Zweier ohne Steuermann der Altersklasse A behaupten. Sowohl im Bahnverteilungsrennen am Samstag als auch im Finale am Sonntag siegten sie deutlich vor den Booten aus Ungarn und Österreich.

Bei den Junioren startete Richard Schreiber zuerst im Einer. Am Samstag fuhr er noch etwas verhalten im Vorlauf auf den zweiten Platz, konnte sich aber für das A-Finale qualifizieren und dort am Sonntag sein Können unter Beweis stellen: Mit einem Vorsprung von drei Sekunden dominierte er sein Rennen und durfte sich nicht nur über eine Goldmedaille, sondern auch einen großen Pokal freuen. Doch damit noch nicht genug: Kurze Zeit später ging Richi erneut an den Start, diesmal als Schlagmann im Doppelvierer mit Magnus Nitzsche, Anton Keller und Aris-Conrad Titonis. Zu Beginn der Strecke lag der Hallesche Vierer auf Rang eins und wurde nur vor einem dort mitfahrenden Männervierer überholt. Somit kam die Mannschaft insgesamt als Zweite ins Ziel, legte aber bei den Junioren zuerst am Siegersteg an.

Alex Aderhold und Eric Mengebier zogen im Männer-Doppelzweier B mit einem Vorlaufsieg ins Finale ein und fuhren dort hinter einem Boot aus Ljubljana auf dem Silberrang ins Ziel.

Nicht nur die Sportler waren auf dem Wasser unterwegs: Auch U19-Trainer Erhard Günther startete zusammen mit Karl Breuer im Masters-Männer-Doppelzweier in Villach. Am Samstag gewannen die beiden ihren Vorlauf, am Sonntag überquerten sie mit weniger als 0,4 Sekunden hinter dem Villacher Boot die Ziellinie.

Mit 29 Medaillen bei 30 Halleschen Startern geht eine erfolgreiche Regatta in malerischer Kulisse zu Ende. Ein großer Dank gilt den Trainern und Übungsleitern sowie allen Eltern, die uns dieses verlängerte Wochenende ermöglicht haben.

Wir freuen uns auf eine ebenso erfolgreiche Rowing Challenge im kommenden Jahr und wünschen allen Startern viel Erfolg bei den weiteren Wettkämpfen.

Als Nächstes stehen die Masters World Rowing Regatta (09.-13.09., Slowenien), das Bundesfinale des Schulwettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ (16.-17.09., Berlin) und der Baltic Cup (26.-27.09., Estland) an.

Autor: Miriam Stiewe

Bilder: Rudereltern + Screen Shots