36. Landesmeisterschaft Sachsen-Anhalt

Am vergangenen Wochenende waren wir mit rund 50 Sportlern in Zschornewitz vertreten, um uns bei den diesjährigen Landesmeisterschaften mit Vereinen aus ganz Sachsen-Anhalt auf der “Gurke” zu messen. 

Für die Kinder und Junioren ging es schon Freitagvormittag los: Gegen 9 Uhr waren alle Sportler und Taschen in den Autos untergebracht, und wir machten uns mit zwei vollen Hängern auf den Weg. 

Nachdem wir dort angekommen waren, die Zelte auf- und die Boote angebaut hatten, haben die Trainingsgruppen den Nachmittag für ein letztes Wassertraining in den entsprechenden Bootsklassen genutzt. Zum Abschluss des Tages haben wir wie gewohnt am Bootshaus gegrillt. 

Während die Ergebnisse der Kinder und Junioren am Samstag noch verhalten waren, konnten die Athleten ihre Leistungen am zweiten Wettkampftag steigern und die Bilanz von vier auf zehn Landesmeistertitel anheben — trotz vermehrter Regenschauer und kräftiger Windböen, welche vor allem die Einer vor eine Herausforderung stellten. Die Senioren und Masters haben an beiden Tagen je vier Siege errungen, wodurch wir mit 18 Titeln den zweiten Platz hinter Magdeburg belegten. Die Gesamtwertung, bei der auch die weiteren Platzierungen Punkte bringen, konnten wir aber knapp für uns entscheiden und damit den Wanderpokal das dritte Jahr in Folge mit nach Halle nehmen! In der Kinderwertung haben wir den vierten Platz erreicht, wobei sich neun Boote mit 16 Sportlern für den Bundeswettbewerb Anfang Juli in Münster qualifiziert haben. 

Kinder

Als einziges Boot im Kinderbereich konnten sich am Samstag Max Seifert, Oskar Speer, Luca Rath, Rudger Loth und Steuermann Carl Weihmann im Jungen-Doppelvierer der Altersklasse 13/14 über den Landesmeistertitel freuen. Am Sonntag durfte zuerst Luca einen Pokal im Jungen-Einer entgegennehmen, am Abend setzte sich dann der Mixvierer mit Oskar, Rudger, Alea Roscher, Suraja Isik und Steuermann Carl durch. Diese beiden Boote vertreten die HRV beim Bundeswettbewerb.

Weiterhin haben Noah Elias und Arthur Deutsch im leichten Jungen-Doppelzweier der Altersklasse 14 sowie Fiona Bosse im Mädchen-Einer 13 über den zweiten Platz eine direkte Nominierung erreicht.

Neben diesen Direktqualifizierungen haben fünf weitere Mannschaften einen Startplatz über ein Nachrückverfahren erhalten: Normalerweise dürfen Kinder zwei Rennen pro Tag fahren und je Rennen werden zwei Boote für den BW nominiert. Zum Bundeswettbewerb ist aber nur der Start in einer Bootsklasse erlaubt, weshalb die Mannschaften auf den weiteren Plätzen nachrücken. Friedrich Thielicke und Emil Scholz im Doppelzweier der 13-Jährigen rückten als Dritte nach, ebenso Ferdinand Schubert im Jungen-Einer 13 und Max Seifert im Jungen-Einer 14. Außerdem darf Lisa Schönburg, die in ihrem Rennen Sechste wurde, im Mädchen-Einer der 13-Jährigen an den Start gehen. Unsere jüngsten Teilnehmer in Münster werden Charlotte Albrecht und Isabella Gahlich sein: Die beiden haben im Mädchen-Doppelzweier der Altersklasse 12 den fünften Platz erreicht und werden zum BW in der Altersklasse 12/13 starten.

Auch außerhalb der BW-Qualifikationen gab es starke Ergebnisse: Silbermedaillen erhielten Arthur Deutsch, Emil Scholz, Suraja Isik und Alea Roscher; Max Seifert und Lucas Dittmann ruderten auf Bronze.

Ein ebenfalls erfolgreiches Wochenende hatten viele weitere Boote, darunter auch Pius Winterling und Nuri Bredau als zwei der jüngsten Starter. 

Junioren

Für die Junioren dient die Landesmeisterschaft nicht als Qualifizierungsmaßnahme, sondern zur individuellen Standortbestimmung. Wer sich über Ranglistenrennen bereits für die Deutschen Jahrgangs- und Juniorenmeisterschaften empfohlen hat, bereitet sich gezielt auf diesen späteren Saisonhöhepunkt vor. Für alle anderen ist die Landesmeisterschaft selbst das Highlight der Saison, bei dem sie sich mit Jugendlichen aus ganz Sachsen-Anhalt messen können.

In der U17 hatten Liza Kund und Salma Abdeljawad am Samstag ein volles Programm: Sowohl im Einer als auch zusammen im Doppelzweier mussten sie sich über einen Vorlauf qualifizieren, bevor sie im Finale um die Medaillen kämpfen konnten. In beiden Fällen gelang der Einzug ins Finale: Dort erhielt Liza eine Silbermedaille, während sich Salma mit einem knappen vierten Platz geschlagen geben musste. Im Doppelzweier haben sich die beiden souverän gegen die Konkurrenz durchgesetzt und sind Landesmeisterinnen geworden. Luis Werber ist ebenfalls im Einer an den Start gegangen: Nach einem erfolgreichen Vorlauf ist er ein spannendes Finale gefahren, und dort mit nur 1,36 Sekunden hinter dem ersten Platz als Dritter über die Ziellinie gekommen.

Am Sonntag haben Liza und Salma in einer Renngemeinschaft im von Noah Elias gesteuerten Doppelvierer als Zweites am Siegersteg angelegt, nur geschlagen von einem weiteren Boot mit Hallescher Beteiligung: Elise Schäffer und Marie Ziegerahn sind Siegerinnen im Juniorinnen-Doppelvierer. Luis ist mit seinen Partnern vom SC Magdeburg und Steuermann Noah in der gleichen Bootsklasse auf Platz zwei gefahren; im Doppelzweier durfte er sich über Gold freuen. Weiterhin gab es einen Doppelvierer der Breitensportgruppe: Louis Leon, Pascal Trappe, Tobias Below und Robin Müller haben gesteuert von Arthur Deutsch den vierten Platz erreicht.

Die A-Junioren waren durch Aris-Conrad Titonis und Anton Keller in Zschornewitz vertreten. Am Samstag sind die beiden zuerst im Doppelzweier an den Start gegangen und haben das sechs-Boote-Feld dort deutlich dominiert. Im Einer gelang Aris erneut der Sieg, während Anton auf Rang vier ruderte. Am Sonntag saßen sie zusammen im Doppelvierer und Achter; beide Rennen haben sie für sich entschieden. 

Senioren

Seniorenrennen bezeichnen den offenen Bereich, in dem Männer und Frauen unabhängig vom Alter starten können.

Im Männer-Einer siegte Eric Mengebier deutlich, während sich Sebastian Benneke den Vizetitel hart erkämpfte. Zusammen erreichten die beiden im Doppelzweier den ersten Platz. Auch im Doppelvierer ist Eric Landesmeister geworden, zusammen mit Toni Herrmann.

Bei den Frauen ruderten Luisa Herzig und Miriam Stiewe im Einer auf die Plätze drei und vier. Im Doppelzweier gingen sie gemeinsam an den Start und belegten dort einen knappen zweiten Platz. Gemeinsam mit Charlotte Glaubke sowie einer Magdeburger Sportlerin legten die beiden auch im Frauenvierer als zweites Boot am Siegersteg an.

Bei den Mixvierern waren wir mit gleich zwei Booten beteiligt: Basti, Eric und Luisa fuhren als erste durchs Ziel; Charlotte, Miri und Toni direkt dahinter auf Rang zwei. Komplettiert wurden beide Boote mit je einem Sportler aus Magdeburg bzw. Bitterfeld.

Im Riemenbereich stellten Robert Hartmann und Florian Eichner mit dem Sieg im ungesteuerten Zweier ihr Können unter Beweis. Später fuhren sie zusammen mit Basti und Eric sowie Maik Rothe, René Beccard und Florian Kiesewetter-Bast, gesteuert von Noah Elias, im Achter erneut als erstes durchs Ziel.

Neben den erfahrenen Sportlern war wie schon im vergangenen Jahr unsere Freizeitgruppe vertreten: Über eine Streckenlänge von 500 Metern bewiesen sich Maria Seifert, Clemens Schlechter, Jana Kremer und Anne Hartmann im Gig-Boot und mussten sich nur gegenüber einem Männervierer geschlagen geben.

Masters

Die Mastersrennen werden in verschiedenen Altersklassen ausgetragen. Im Doppelzweier der Altersklassen B und C (Durchschnittsalter 36 bzw. 43 Jahre) sind Florian Kiesewetter-Bast und Chris Hajek Landesmeister geworden. Im letzten Rennen des Regattawochenendes, dem Masters-Männer-Achter, saßen Maik, René, Chris, Florian Kiesewetter-Bast, Florian Eichner und Philipp Naruhn unter Beteiligung vom HRC und WRV gemeinsam im Boot und sorgten so für die letzten Goldmedaillen.

Mit dem Sieg im Masters-Achter ging ein erfolgreiches Wochenende zu Ende – doch die Saison ist damit noch nicht vorbei. Zunächst messen sich Ende Juni unsere stärksten Nachwuchsruderer bei den Deutschen Meisterschaften der U17, U19 und U23 in Krefeld (25.–28.06.). Ihre Erfolge stehen dann beim Sommerfest am 1. Juli im Mittelpunkt, bei dem wir zugleich die Mannschaften für den Bundeswettbewerb verabschieden. Für sie geht es Anfang Juli zum Saisonhöhepunkt im Kinderbereich nach Münster.

Ein großer Dank gilt zum Abschluss allen, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben: den Trainern und Übungsleitern, den Eltern sowie allen weiteren Helfern für ihre tatkräftige Unterstützung.

Text: Miriam Stiewe

Bilder: Sportler und Eltern