Fünf unserer Ruderfreunde – Sabine und Dr. Sven Holtschke, Axel Boas, Jürgen Henze und Stefan Ullrich – begaben sich vom 8. bis 10. August auf eine unvergessliche Ruderwanderfahrt mit Startpunkt am Ruderclub Wannsee. Es war eine Reise, die sportliche Herausforderungen, landschaftliche Schönheit und herzliche Gastfreundschaft perfekt miteinander verband.
Einladung zum Wasser (Freitag)
Gleich bei unserer Ankunft wurden wir von den Sportfreunden des Ruderclubs Wannsee herzlich empfangen. Unsere Unterkunft im Vereinsbootshaus, mit dem gewissen Charme einer Jugendherberge und gemütlichen Doppelstockbetten, bot die perfekte Basis für unser Wochenende. Noch am Ankunftstag machten wir uns in einem geliehenen Doppelvierer auf unsere erste Ausfahrt. Die Strecke führte uns vom Bootshaus zur malerischen Meierei in Potsdam, ein idealer Auftakt, um die Gewässer zu erkunden. Nach unserer Rückkehr genossen wir bei einem Glas Wein, wie die Sonne langsam am Horizont versank und den Himmel über dem Wannsee in warme Farben tauchte.
Die große Tour (Sonnabend)
Der Samstag war unser Hauptrudertag, der uns vor eine sportliche, aber lohnende Herausforderung stellte. Unsere Route führte uns entlang des berühmten Strandbads Wannsee, durch eine schmale Durchfahrt bei Schwanenwerder und weiter über Gatow zur Schleuse Spandau. Ein großes Dankeschön geht an Sven, der uns unterwegs mit spannenden Erklärungen zur Geschichte und den Sehenswürdigkeiten am Wegesrand versorgte.
An der Schleuse erwartete uns eine willkommene Abwechslung: eine Bootsschleppe. Diese nutzten wir nicht nur, um die Schleuse zu überwinden, sondern auch, um die Positionen im Boot zu wechseln. Nach beeindruckenden 22 Kilometern erreichten wir glücklich unseren Zielort, den Ruder-Club Tegel, wo eine ausgiebige Mittagspause auf uns wartete.
Der Rückweg wurde zu einer echten Geduldsprobe. Bei strahlendem Sommerwetter waren die Berliner Kanäle voller Motorboote. Viele davon schienen mit voller Kraft unterwegs zu sein, was uns und unserem rund 200 kg schweren Holzboot einige kräftige Wellen bescherte. Wir waren froh, unseren Ausgangspunkt wieder zu erreichen. Den erschöpfenden, aber erfolgreichen Tag ließen wir bei einer wohlverdienten Pizza ausklingen.



Wellen, Villen und Geschichte (Sonntag)
Am Sonntag wehte uns am Steg ein straffer auflandiger Wind entgegen, der den Wannsee mit Schaumkämmen überzog. Die geplante Überfahrt wurde schnell zu einer Herausforderung. Bereits nach wenigen Schlägen liefen Wellen über die Schultern unseres Ruderkameraden Jürgen, der vor mir saß. Wir mussten beim Ruderclub des BRC anlegen, um unser Boot auszuschöpfen. Im windgeschützten Bereich konnten wir dann die Fahrt genießen und die vielen gepflegten Villen entlang des Ufers bewundern. Unser Weg führte uns bis zur geschichtsträchtigen Glienicker Brücke, wo wir innehalten konnten, um die besondere Atmosphäre zu spüren. Der Rückweg über den Wannsee war dann deutlich entspannter, und wir konnten die letzten Eindrücke der Fahrt in Ruhe aufnehmen.
Fazit:
Eine Ruderwanderfahrt lebt nicht nur von den Kilometern auf dem Wasser, sondern auch von den gemeinsamen Erlebnissen, der Organisation und dem Zusammenhalt im Boot. Ein besonderer Dank gilt daher Sven und Jürgen für die hervorragende Organisation dieser unvergesslichen Fahrt. Wir freuen uns schon auf die nächste Tour!
Text und Bilder: Stefan Ullrich