World Rowing Masters Regatta Bled 2026

Vom 9. bis 13. September fand die World Rowing Masters Regatta 2026 auf dem Bleder See in Slowenien statt. Eine Strecke wie aus dem Bilderbuch: im Rücken die Julischen Alpen und die Karawanken, an der Seite die kleine Insel mit ihrem Kirchturm und über allem die Burg auf dem Felsen. Nach dem sehr überschaubaren Aufgebot im vergangenen Jahr in Banyoles war der HRV diesmal wieder mit einer richtigen Mannschaft international unterwegs. Am Start waren Florian Kiesewetter-Bast, René Beccard, Karl Breuer, Erhard Günther, Chris Hajek, Elias Lukowiak, Philipp Naruhn und Matthias Rakete.

Die Anreise lief zweigleisig. Erhard Günther, Trainer der HRV und diesmal selbst als Ruderer am Start, sowie Karl Breuer kamen aus Villach über die Karawanken, der Rest der Mannschaft reiste aus Halle nach. Unser Quartier lag in Lesce, dem Nachbarort von Bled, und war ausgesprochen schön. Verpflegt wurde sich selbst, und zwar auf einem Niveau, das manchem Restaurant gut zu Gesicht gestanden hätte. Zum Inventar gehörte außerdem ein Hauskater, den wir kurzerhand auf den Namen Peter tauften und der sich fortan zuverlässig zu den Mahlzeiten einfand. Die rund fünf bergigen Kilometer zur Regattastrecke legten wir täglich mit dem Fahrrad zurück, womit Wake-up und Cool-down gleich mit erledigt waren.

Den Auftakt machte am Mittwoch der Männer-Doppelvierer B, mit 48 Meldungen eines der größten Felder der Regatta. Gleich im ersten Rennen gab es den ersten Sieg: In Renngemeinschaft mit dem SC DHfK Leipzig fuhren Florian Kiesewetter-Bast und Chris Hajek gemeinsam mit Florian Eidam und Martin Lossner in 3:12,19 souverän vorneweg, 3,7 Sekunden vor dem Rest des Feldes. Das zweite Boot mit Karl Breuer, Philipp Naruhn, René Beccard und Erhard Günther erwischte dagegen einen schwarzen Tag. Ein Krebs kostete Tempo und Rhythmus, doch die vier kämpften sich zurück und retteten in 3:25,25 noch Platz zwei ins Ziel.

Am Donnerstag folgte der Männer-Doppelvierer A. Florian Kiesewetter-Bast, Chris Hajek, Matthias Rakete und Karl Breuer lieferten ein solides und kämpferisches Rennen ab und mussten sich am Ende nur der Renngemeinschaft aus Frankfurt geschlagen geben. Vier Sekunden Rückstand bei 3:08,46 sind kein Beinbruch, aber die Reihenfolge würden wir beim nächsten Mal gern tauschen.

Der Freitag wurde zum längsten und erfolgreichsten Tag. Zunächst saß Elias Lukowiak im Männer-Achter der Altersklasse G am Steuer, den wir freundlicherweise einer Renngemeinschaft überlassen hatten, die neben Berliner Ruderern gleich mehrere brasilianische Clubs vereinte. Sportlich sprang Platz sechs heraus, in Sachen Völkerverständigung dagegen ein klarer Sieg. Danach stand der Männer-Doppelzweier B an, mit 96 Meldungen die Königsklasse dieser Regatta. Chris Hajek und Florian Kiesewetter-Bast gewannen ihren eingefahrenen Zweier in 3:21,06 mit knapp fünf Sekunden Vorsprung. Karl Breuer und Erhard Günther mussten wegen eines Bootsschadens im Trainingszweier antreten.: In 3:21,39 fehlten nur 1,96 Sekunden zum Sieg, und ihre Zeit lag gerade einmal drei Zehntel über der Siegerzeit der Vereinskollegen in der anderen Abteilung. Philipp Naruhn und René Beccard zeigten in einem von Corinthians São Paulo angeführten Feld ein sehr konstantes Rennen mit nahezu identischen Streckenhälften und kamen in 3:32,66 auf Platz vier.

Zum Abschluss am Samstag ging es noch einmal in den großen Achter. Die Renngemeinschaft mit dem SC DHfK Leipzig, besetzt mit Florian Kiesewetter-Bast, Philipp Naruhn, Matthias Rakete, René Beccard, Chris Hajek und Erhard Günther sowie Florian Eidam und Martin Lossner aus Leipzig, gesteuert von Elias Lukowiak, fuhr ein starkes Rennen. Gegen die beiden eingefahrenen Spitzenboote aus der deutschen Renngemeinschaft um Frankfurt und aus Gent war in 3:01,81 allerdings kein Kraut gewachsen. Mit Bronze ließ sich der Abschlussabend trotzdem gut begehen.

Unter dem Strich stehen zwei Siege, drei zweite Plätze, ein dritter und ein vierter Platz. An den Erfolg im B-Achter von Brandenburg 2024 kam diesmal nichts heran, dafür wurden fast alle Rennen im Sekundenbereich entschieden. Die Richtung stimmt also, und der Wunsch nach einer wieder stärkeren HRV-Beteiligung bei den internationalen Masters hat sich in Bled erfüllt.

Bericht:

Ergebnisse im Überblick

Mittwoch, 9. September 2026

  • Mens B 4x / 1. Platz, 3:12,19: Composite HRV und SC DHfK, Florian Kiesewetter-Bast/Chris Hajek/Florian Eidam/Martin Lossner
  • Mens B 4x / 2. Platz, 3:25,25: Karl Breuer/Philipp Naruhn/René Beccard/Erhard Günther

Donnerstag, 10. September 2026

  • Mens A 4x / 2. Platz, 3:08,46: Florian Kiesewetter-Bast/Chris Hajek/Matthias Rakete/Karl Breuer

Freitag, 11. September 2026

  • Mens G 8+ / 6. Platz, 3:37,68: Composite div., Elias Lukowiak (Cox)
  • Mens B 2x / 1. Platz, 3:21,06: Chris Hajek/Florian Kiesewetter-Bast
  • Mens B 2x / 2. Platz, 3:21,39: Karl Breuer/Erhard Günther
  • Mens B 2x / 4. Platz, 3:32,66: Philipp Naruhn/René Beccard

Samstag, 12. September 2026

  • Mens B 8+ / 3. Platz, 3:01,81: Composite HRV und SC DHfK, Florian Kiesewetter-Bast/Philipp Naruhn/Matthias Rakete/Florian Eidam/René Beccard/Chris Hajek/Erhard Günther/Martin Lossner/Elias Lukowiak (Cox)